Die Entstehung von FAMUNDI

Herbst 2000: 1. Aufenthalt in Santa Cruz (10 Wochen), Mitarbeit im Kinderdorf von P. Alfred Spiessberger. 1. Besuche im Viertel Rancho Nuevo, Entstehen der Freundschaft zwischen Ruthy und Anna-Maria

August 2002: 2. Aufenthalt im Kinderdorf: Kauf des Haus des Segens

August 2003: 3. Aufenthalt im Viertel Rancho Nuevo: Bau der Schneiderei, Gründung der Gemeinschaft FAMUNDI

Februar 2005: 4. Aufenthalt in Santa Cruz: Bau der Mauer rund ums Haus des Segens, Aufnahme neuer Familien zu FAMUNDI, neu: Kinderprogramm

Oktober 2007: 5.Aufenthalt im Viertel Rancho Nuevo: Aufnahme neuer Familien, Kauf neuer Grundstücke und Bau eines Kindergartens aufgenommen

 
DIE GESCHICHTE

Herbst 2000
Anna-Maria arbeitet 10 Wochen als freiwillige Helferin im Kinderdorf von P. Alfred Spiessberger mit. Bei einem Geburtstagsfest lernt sie Ruth Mery Perez de Menacho kennen, die ihr von den Lebenssituationen der ärmsten Familien in ihrer Nachbarschaft erzählt. Anna-Maria folgt der Einladung von Ruthy mit ihr gemeinsam einige Familien zu besuchen um mit ihnen zu reden, zu spielen und zu beten. Was sie damals sieht und hört, erschüttert Anna-Maria zutiefst. Tief betroffen von der Armut betet Anna-Maria an diesem Abend zu Jesus Christus: "Herr, hier bin ich. Lass mich dein Werkzeug für die Menschen sein. Was kann ich tun? Ich fühle mich so ohnmächtig! Senor, hagase tu voluntad (Herr dein Wille geschehe!)" Viele reagieren auf ihren e-mail-Bericht und so kann sie mit Spendengeldern eines Onkels und vielen weiteren Verwandten, Freunden und Bekannten den Kindern von 8 Familien Weihnachtswünsche erfüllen, Lebensmittel einkaufen und Schulbesuche ermöglichen.

 

2001/2002
Anna-Maria kann kaum Kontakt zu Ruthy und den Familien halten (keine Postadresse, kein Telefon, kein e-mail), obwohl sie im Gebet ständig mit ihnen verbunden ist und viele Freunde und Verwandte finanzielle Unterstützung anbieten. Das Interesse und das Vertrauen ist groß. Trotzdem bekommt Anna-Maria nur in äußersten Notsituationen Anrufe von Ruthy mit der Bitte um Medikamente oder Geburtsturkunden.


2002
August: Gemeinsam mit Sarah Martin und Andrea Auer fliegt
Anna-Maria für ein Monat nach Santa Cruz
mit dem Wunsch wieder einigen Familien zu helfen, denen es kaum möglich ist für die Kinder zu sorgen. Beim Willkommensfest im Viertel Rancho Nuevo lernt sie Piedades Gomez kennen, eine alleinstehende Mutter mit ihren 6 Kindern, die in einem Unterschlupf aus Pappendeckel und Plastiksäcken haust. Die jüngste Tochter hat Fieber und weint. Zwei Mal hatte die Mutter schon versucht, die Kinder und sich selbst zu vergiften, da sie keinen Ausweg mehr aus ihrer Not sah. Nach vielen Überlegungen und Stunden des Gebets kauft Anna-Maria mit den Spendengeldern ein Haus als Unterkunft für Familien in extremen Notsituationen, damit sie in Würde leben können. In diesem "Haus des Segens" (= "Casa de la bendición") wohnt seither Piedades Gomez mit ihren Kindern Pablo, Sandra Faviola, Valeria, Tania, Yonathan und Belén.
Beim Abschiedsfest bittet sie ein Witwer und Vater von 7 Kindern im Kinderdorf zu fragen, ob sein jüngster Sohn dort aufgenommen werden könnte - das ist der Auslöser für das Projekt, denn Anna-Maria verspricht dem Vater sich darum zu kümmern, dass Eduardo nicht verhungern muss und auch in die Schule gehen kann, obwohl er zu Hause aufwächst.


2003
Anna-Maria leidet darunter, dass sie von Österreich aus noch immer kaum Kontakt zu den Familien halten kann und beschließt wieder für ein Monat nach Santa Cruz zu fliegen um vor Ort Kontaktpersonen zu suchen, die mit ihr über E-Mail in Kontakt stehen, ebenso möchte sie in Santa Cruz ein Konto einrichten, damit sie auch Geld für die Familien überweisen kann. Dieses Mal begleitet sie Sophie Kickinger, eine langjährige Freundin aus Altmünster (studiert in Wien Landschaftsplanung), die sofort vom ganzen Viertel ins Herz geschlossen wird. Überrascht sind die beiden von der Gemeinschaft, die in der Zwischenzeit unter den Familien entstanden ist: es gibt gemeinsame Versammlungen, Feste, wöchentliches Gebet usw. Der Wunsch wird geäußert eine Schneiderei bauen zu lassen in der die Mütter nähen lernen und so später Geld verdienen.
Die Schneiderei wird gebaut und eine Schneiderin wird angestellt um den Frauen und auch zwei interessierten Vätern (!) Nähkurse zu geben.


15. September 2003
Gründung der Gemeinschaft FAMUNDI
, Bestätigung des Leitungsteams, das Ruthy leitet. Sr. Maria de Socorro (Eucharistische Schwester der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, gebürtige Mexikanerin, die in Santa Cruz lebt) erklärt sich bereit Finanzverantwortliche und geistliche Assistentin von FAMUNDI zu werden. Andrea Paco Flores und Mariela vom Evangelisationszentrum in Santa Cruz übernehmen die Leitung des wöchentlichen FAMUNDI-Gebetsabends und werden mit Anna-Maria über e-mail in Kontakt bleiben. Zu FAMUNDI gehören zu diesem Zeitpunkt 18 Familien mit 87 Kindern.

2003/2004: FAMUNDI entwickelt sich gut, die Gemeinschaft wächst, die Nähkurse laufen in 2 Gruppen an vier Abenden in der Woche. Österreichische Familien übernehmen für Familien in Santa Cruz eine Patenschaft.


Oktober 2004 Sr. María de Socorro benachrichtigt Anna-Maria, dass sie von ihrer Gemeinschaft aus nach Peru abberufen wird und ihr Amt bei FAMUNDI zurücklegen muss.


30. November 2004:
Der Verein "FAMUNDI- damit Familien in Bolivien würdevoll leben können" wird gegründet und in das Vereinsregister eingetragen.


15. Jänner 2005
1.Mitgliederversammlung des Vereins FAMUNDI in Gmunden. Anna-Maria Marschner wird als Obfrau, Eva-Maria Pesendorfer wird als Finanzreferentin und Mag. Kristin Höller, Sophie Kickinger, Andrea Auer und Sarah Martin als Mitglieder des Leitungsorgans gewählt. Ebenso treten Veronika Schneyder und Mag. Alfred Marschner ihren Dienst als Rechnungsprüfer an, Monika Marschner wird ebenso wie Veronika und Anna-Marias Vater tragendes Mitglied.


Februar 2005

Anna-Maria fliegt zum 4. Mal, nun mit einer Jugendfreundin, Kathrin Unterhofer (studiert auf der FH in Linz Sozialpädagogik) nach Santa Cruz um mit der "neuen" Sr. Clara Erlbacher in Kontakt zu treten und zu klären, ob sie tatsächlich auch in Zukunft Finanzverantwortliche und geistliche Assistentin von FAMUNDI in Santa Cruz sein soll. Bei diesem Aufenthalt passiert viel Strukturarbeit - es werden viele Fragen geklärt: Wer hat welche Rolle/ Aufgabe? Wer ist wofür verantwortlich? Bau einer 2,5 Meter hohen Mauer rund um das Haus des Segens, zum Schutz vor Einbrechern, da schon 4 Mal versucht wurde in die Schneiderei einzubrechen. Aufnahme von neuen Familien in die Gemeinschaft FAMUNDI. Kauf eines neuen Grundstücks für eine 12-köpfige Familie.


2006/2007

Anna-Maria verbringt acht Monate in Bolivien und feiert Weihnachten und Ostern in FAMUNDI. Viele neue Familien werden aufgenommen, neue Grundstücke gekauft und ein Kindergarten gebaut. Eine Psychologin und eine Sozialarbeiterin werden in FAMUNDI angestellt. Neue Volontäre bieten ihre Hilfe an...(Weiteres folgt in Kürze)

Zur Zeit gehören 49 Familien mit 267 Kindern zu FAMUNDI.